Ergebnisse & Ideen

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Herausforderungen für Kommunen im ländlichen Raum

  • Demografie: kontinuierlicher Bevölkerungsrückgang, Überalterung, Wegzug von jungen Menschen
  • Wirtschaft: fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten, mangelnde digitale Infrastruktur (schnelles Internet)
  • Daseinsvorsorge: defizitäre Nahversorgung, ärztliche Unterversorgung, bedarfsge­rechte Betreuungsmöglichkeiten in Kindertageseinrichtungen und Schulen (ggf. Schulschließungen aufgrund zu geringer Schülerzahlen)
  • Immobilienleerstand
  • Mobilität: Angebot, Anbindung, Taktzeiten des ÖPNV + Regionalverkehrs + DB-Netz ggf. unzureichend; unterschiedliche Mobilitätsanforderungen von Familien und ihren einzelnen Mitgliedern (berufstätige Eltern, Kleinkinder, Schulkinder, Senioren)
  • Kultur und Freizeit: mangelnde Freizeitangebote, auch im Naherholungsbereich
  • Verkehrswegesicherheit (Bundesstraße durch den Innenstadtbereich, keine Radwege)

Mögliche Lösungsansätze für ein familienfreundliches Umfeld in den Kommunen

Allgemein

  • Breitbandausbau / schnelles Internet
  • Nutzung von Fördermöglichkeiten des Freistaates in allen Bereichen überprüfen

Verwaltung

  • Schaffung einer Koordinationsstelle für eine familienfreundliche Stadt zur Vernetzung der bestehenden und zukünftigen Angebote und als Ansprechpartner für alle Fragen der Familienfreundlichkeit
  • „Familienleitfaden“ für Bürger jeden Alters und in jeder Lebenssituation in digitaler und schriftlicher Form ausarbeiten
  • Internetpräsentation: Suchfunktion anpassen, Familienangebote zielgruppen- bzw. altersorientiert darstellen, Zuständigkeiten klarer definieren, Formulardownloads zusammenfassen, Kommunikation für Angebote verstärken bzw. gezielt Hinweise auf ermäßigte kulturelle Angebote geben, Verlinkung zu externen Stellen im Bereich Immobilien / Wohnungen (Angebot / Nachfrage vor Ort)
  • Regelmäßige Kommunikation zum Stand der Familienfreundlichkeit
  • Erfahrungsaustausch von Kommunen
  • Fördermöglichkeiten des Freistaats: KSP-Programm (Kleinere Städte und Gemeinden)

Wohnen

  • Benennung eines zentralen Ansprechpartners
  • Stadtentwicklung unter Aspekt der Familienfreundlichkeit
  • Mehrgenerationen-Wohnen und Quartiersmanagement-Konzept
  • barrierefreies, familiengerechtes Bauen fördern und vorantreiben
  • Bereitstellung von bezahlbarem, für Familien ausreichend großem Wohnraum (Be­rücksichtigung bei Neubauvorhaben und Nutzung von leerstehenden Immobilien)
  • Erstellung einer zentralen Online-Plattform mit Bündelung folgender aktueller Infor­mationen: Verlinkung zu kommunalen Wohnungsträgern und privaten Vermietern, Informationen zu geplanten Eigenheimstandorten, Informationen zu Fördermöglichkeiten / Baubedingungen, Schwarzes Brett“ für Gesuche und Angebote nach Wohnraum
  • Erstellung eines Konzept zur Nutzung vorhandener potentieller Bauflächen für Wohnungsbebauung (Nachverdichtungsbebauung, Erschließung potentieller Wohngebiete, Versorgung in den einzelnen dörflichen Ortsteilen gewährleisten) Nutzung von Fördermöglichkeiten des Freistaates: Richtlinie Familienwohnen

Verkehr

  • alternative Verkehrsmodelle wie z.B. Bürgerbus, Mitfahrerbank
  • Verbesserung der Verkehrswegesicherheit: Einrichtung von verkehrsberuhigten Zonen, Geschwindigkeitsbegrenzungen (z.B. Bremsschwellen, 30er-Zonen) an neuralgischen Punkten (Schulen, Vereine, Pflegeheime, Freizeiteinrichtungen), Ausbau des Radwegenetzes, Bau von Kreisverkehr und Verkehrsinseln, Zebrastreifen
  • Ausbau barrierefreier Bushaltestellen
  • Alternativkonzepte für dörfliche ÖPNV-Anbindung entwickeln (Verkehrswegekonzept)
  • innerstädtischen Verkehrsfluss optimieren
  • Parkleitsystem einrichten und Parkzeiten reduzieren

Familienorte

  • Broschüre über Sehenswertes / Angebote nicht nur im Bereich Tourismus, sondern auch für eigene Bürger (insbesondere Familien)
  • barrierefreier Zugang zur Webseite nach Lebenslagen geordnet
  • kreatives Angebot an Spielplätzen und Treffpunkten für Jugendliche
  • bessere Vernetzung der lokalen Vereine (Planung, Koordination und gegenseitige Unterstützung bei Veranstaltungen)
  • Bereitstellung von Räumlichkeiten zur Nutzung für Vereine, Gremien, Privatpersonen
  • Treffpunkte für Krabbelgruppen
  • Familienpaten oder Leihgroßeltern
  • Bibliothek
  • Schaffung virtueller Räume für die Stadt: Aufbau einer Facebook-Gruppe zur Kommunikation zwischen Bürgern (ähnlich einem Schwarzen Brett), z.B. für Gesuche / Verkäufe, Mitfahrgelegenheiten, Rat & Unterstützung (Umzugshelfer, o.ä.), Hilfe in Notsituationen, Suche nach Zeugen (z.B. bei Unfällen und Straftaten), Verlust von Gegenständen / entlaufene Tiere

Politische Forderungen (Freistaat und Bund)

  • Familienfreundlichkeit als Querschnittsaufgabe auf Landes- und Bundesebene
  • institutionelle anstatt projektbezogene Förderung
  • mehr – vor allem finanzielle – Flexibilität und kommunale Eigenverantwortung
  • Anpassung von Vorschriften an die aktuellen Gegebenheiten im ländlichen Raum
  • Abbau von Bürokratie und unflexiblen Verwaltungsvorschriften / Regelungen
  • Verstetigung des MGH-Förderprogramms nach 2021
  • Unterstützung bei der Daseinsvorsorge
  • Wirtschaftsförderung / Ausbau des Internets im ländlichen Raum
  • Förderung von „Familienlotsen“ und Familienferien-Zentren
  • kostenfreie / kostengünstige Schülerbeförderung und Tickets für Azubis